Otfried Büsing: Polychromie

Otfried Büsing: Polychromie (Chaconne) (2013) für Orgel, edition gravis 2047. Im Vorwort heißt es: „Die Angaben zur Ausführung von ‚Polychromie’ sind am Instrument der Uraufführung, der Rieger-Orgel (1980) der Christuskirche in Freiburg entwickelt worden. Die Disposition geht auf den damaligen Christuskantor- und Organisten Horst Hempel (1934-1988) zurück, der als bedeutender Interpret sowohl klassischer als auch besonders avantgardistischer Orgelmusik und als Komponist hervorgetreten ist.“

Büsing fügt in einer besonderen Schreibweise die Registerangaben auf eigene Zeilen unter den Noten ein. Dadurch sind sie sowohl in der Vorbereitung durch Programmierung als auch in der Ausführung durch den Registranten oder Spieler perfekt vorbereitet. Die spielfreudige Musik ist durch polymetrische Takt- und Satzwechsel gekennzeichnet. Arpeggios, Triller, Repetitionen, Akkorde und Läufe bestimmen das Klangbild. Ein besonderes Merkmal von Büsings Komposition ist seine Fähigkeit, die Orgel zu Instrumentieren, indem er verschiedene Techniken und Fußtonlagen auch im Unisono ausformuliert und so zu sehr aparten Klangfarben und Registermischungen findet. Cluster und Mixturakkorde sowie die Einarbeitung einer verlangten Winddrossel ergeben eine farbige, abwechslungsreiche und kurzweilige Musik, deren Durchsicht höchst lohnenswert ist.

Dominik Susteck