Musikarchiv für neue Orgelmusik

2016 wurde das Notenarchiv der Kunst-Station Sankt Peter Köln neu geordnet. Damit wird ein Fundus an zeitgenössischer Musik für Orgel verfügbar gemacht. Neben verlegten Noten finden sich eine Reihe von Manuskripten, die direkt von Komponisten ausgegeben wurden.

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Notenbeispiel Kagel (c) Universal Edition

Das interne Musikarchiv der Kunst-Station Sankt Peter Köln ist sicherlich auch von subjektiven Faktoren beeinflusst. Insgesamt sind 252 Werke aufgelistet. Nicht zuletzt prägen die örtlich wirkenden den Fundus der Musik. So enthält das Archiv viele Werke von Peter Bares, vom Titularorganisten Zsigmond Szathmáry sowie von Dominik Susteck. Die örtliche Nähe zur alten Essener Schule ist mit Gerd Zacher und Juan Allende-Blin vertreten.

Hinzu treten selbstverständlich die wichtigsten Orgelwerke der 60er Jahre von Kagel, Ligeti und Hambraeus, von denen oft mehrere Exemplare oder auch mehrere Fassungen vorliegen. Die Auswahl der folgenden Jahre ist sicher lückenhaft. Peter Bares hat mit Ausnahme der Sammlung eigener Werke kein Archiv angelegt. So sind nur wichtige Werke z.B. von John Cage, Dieter Schnebel, Morton Feldman, Jörg Herchet, Iannis Xenakis u.a. vertreten, Olivier Messiaen sei in diesem Kontext gar nicht besonders erwähnt, da seine Werke schon zum klassischen Orgelrepertoire zählen. Schwerpunkte der Interpretation bildeten Komponistenportraits von Adriana Hölszky, Wolfgang Rihm oder Gerhard Stäbler, deren Werke so gut wie vollständig auftauchen.

Jüngere Komponisten treten verstärkt auf. Hier leistete der Deutschlandfunk mit vielen Kompositionsaufträgen u.a. für Peter Köszeghy, Martin Schüttler, Jamilia Jazylbekova, Luis A. Pena, Anna Korsun, Samir Odeh-Tamimi einen wichtigen Beitrag. Zudem haben andere Komponisten wie Timo Ruttkamp oder Niklas Seidl Werke für die Orgel von Sankt Peter geschrieben. Eine Reihe von besprochenen Rezensionsexemplaren neuerer Orgelmusik treten zu dieser Sammlung hinzu. Nicht zuletzt bildet ein Großteil der Sammlung Schenkungen von Komponisten wie Erik Janson, Maximilian Marcoll, Robert HP Platz, Prasqual u.a. den Grundstock für ein Archiv zeitgenössischer Orgelmusik.

Dominik Susteck