Michael Radulescu: Madrigali

Michael Radulescu: Madrigali für Orgel. Doblinger 02 478. In sanfter Registrierung, die von der neurestaurierten Egedacher-Orgel in Vornbach am Inn/Niederbayern abgeleitet ist, eröffnet sich die Musik in freier, glockenähnlicher Umkreisung weicher Harmonik, die entfernt einen Dominantseptakkord durchschimmern lässt. Strophe zwei reißt die Musik in ein presto e agitato aus Tonwiederholungen und Trillern, die in ständige Taktwechsel eingebettet sind, ohne ihre flächige Dichte zu verlieren. Aufblühende Klangwolken im Andante weben sich auch im folgenden tranquillo nach oben. Minimalistisch umkreisend ist Strophe vier im Plenum notiert, das in einen von Pausen durchbrochenen Abschnitt mündet. Auf Tonwiederholungen insistiert der nächste, vorwärts drängende Teil, bevor sich die Musik gegen Ende wieder ins Pianissimo zurückzieht.

Mit einer Spieldauer von 22 Minuten gehören die in 9 Strophen gegliederten Madrigali für Orgel zu den größeren neuen Stücken für Orgel. Durch den Titel wird eine klare Ableitung zum mehrstimmigen Gesang vorgenommen. So bleibt die 2010 entstandene Musik linien- und flächenorientiert. Sie wird von langen Klängen dominiert und ist insgesamt weiträumig meditativ.

Dominik Susteck